04:00 Uhr. Alarm. Meine Frau schläft, mein Sohn schläft. Ich stehe auf, gehe ins Zimmer, starte das Ergometer. Keine Musik, kein Podcast. Nur ich und das Gerät.

Einmal kam er zu mir, an einem dieser Morgen. Wach geworden, reingekommen, stand plötzlich neben mir. Ich habe ihn hochgehoben. Überkopfpresse, Sohnversion. Er hat gelacht.

Mittlerweile schläft er meistens durch. Er ist noch nicht im Kindergarten, schläft lang, und die meisten Tage sieht er mich gar nicht beim Training. Aber an dem einen Morgen hat er etwas gesehen.

Ich weiß nicht, was in seinem Kopf passiert ist. Er kann noch kaum sprechen. Aber er hat geschaut.

Was ich nicht vergessen kann

Mein Vater hat mir irgendwann gesagt, dass ich Englisch brauchen werde. Im Ernst.

Ich habe ihn nie Englisch sprechen gehört.

Wenn mir jemand sagt, ich soll etwas tun, und ich sehe nie, dass er es selbst tut, dann bleibt das nicht hängen. Das habe ich damals nicht so klar gedacht. Aber es ist irgendwo sitzen geblieben.

Mein Sohn soll in 15 Jahren nicht das gleiche über mich denken.

Wenn ich ihm sage, er soll auf seine Gewohnheiten achten, beim Essen und beim Bewegen, dann will ich, dass er weiß: Ich habe das nicht von irgendwo gelesen. Ich lebe das. Jeden Morgen. Auch wenn er schläft.

Ob er dadurch in der Schule besser dasteht, ob er sich mehr bewegt, ob er das irgendwann für sich annimmt: Das weiß ich nicht. Ich hoffe es. Aber es ist meine Hoffnung, kein Plan.

Was sich konkret verändert hat

Ich hebe meinen Sohn öfter hoch. Schmeiße ihn hoch, wir machen akrobatischen Quatsch. Das gefällt ihm sehr.

Früher hätte ich das seltener gemacht. Das Vertrauen in meine eigene Stärke fehlte mir. Wenn ich ihn heute hochhebe und weiß, dass ich ihn halte, das ist kein kleines Ding. Das ist das Ergebnis von vielen Morgen.

Wie das auf die Familie wirkt

Wir haben unterschiedliche Rhythmen. Ich stehe um 04:00 Uhr auf, sie schläft. Wir trainieren nicht zusammen. Das Ergometer passt nicht für zwei. Ihr Ding ist Kettlebell mit YouTube-Video, manchmal samstags abends wenn ich schon fertig bin.

Wir tracken beide in Yazio. Ihr Kalorienlimit ist deutlich kleiner als meins, weil sie kleiner ist. Wir achten beide auf Bewegung und Kalorien, nur zu anderen Zeiten und mit anderen Mitteln.

Das hat sich eingespielt.

Manchmal steht abends was auf dem Tisch, das nicht in meinen Kalorienplan passt. Ein Überraschungsessen. Dann esse ich es. Das System hat Platz für solche Abende.

Was mein Sohn mitnehmen soll

In 15 Jahren werde ich ihm sagen: Achte auf deine Gewohnheiten beim Essen und bei der Bewegung. Mach nichts Extremes. Keine radikalen Diäten. Keine wochenlangen Pausen. Gewohnheiten, die ich ein Leben lang durchhalte.

Und dann soll er denken: Kenn ich. Hat er mir gezeigt.

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