2.411 Kalorien gegessen. 416 zu viel. 165 g Fett statt 54 g. Kein Ergometer, kein Spaziergang. Ich hab mit meiner Frau auf dem Sofa gesessen und Netflix geschaut.

Hat sich gut angefühlt. Ich habe null schlechtes Gewissen. Ausreißer hat jeder.

Früher war der schlechte Tag der Standardtag

Früher wollte ich immer perfekte Tage haben. Aber ich bin nur ein Mensch. Kein Tracking, einfach reinschaufeln, kein Überblick. Der schlechte Tag war kein Ausnahmetag, er war der Standard.

Heute habe ich eine Baseline. Ich weiß, was mein Standardtag ist. Und ich weiß, wie ich danach wieder zurückkomme.

Was an einem schlechten Tag wirklich passiert

Den häufigsten Auslöser kenne ich: zu viel Stress bei der Arbeit. Aber normalerweise habe ich meinen Sport schon morgens weg. Das ändert vieles.

Wenn kein Sport, kein Spaziergang: dann wenig Aktivitätskalorien verbrannt, dann muss ich beim Essen aufpassen. An manchen Tagen läuft beides schief. Passiert halt.

Was ich esse, bleibt meistens gleich. 416 kcal zu viel. Das ist kein Totalausfall.

Was mir durch den Kopf geht

Ich habe mir angewöhnt, Momente zu trennen.

Die Zahnpasta fällt von der Bürste. Ein Kollege ist patzig. Jemand nimmt mir die Vorfahrt. Daraus muss ich keinen schlechten Tag machen. Und bloß weil ich zu viele Kalorien gegessen habe, lasse ich mir den Tag nicht vermiesen.

Die nächsten fünf Minuten können schon wieder besser sein.

Wie der Reset funktioniert

Ich mache mir klar: der Tag ist gelaufen. Er lässt sich nicht mehr retten. Nach einem Nickerchen oder einer Mütze Schlaf sieht die Welt anders aus.

Am nächsten Morgen: Standardtag. Kein schwereres Training. Keine Wiedergutmachung. Der gleiche Tag wie sonst.

Fünf Tage hintereinander ohne Tracking und ohne Sport: das will ich nicht. Aber ein Tag? Kein Problem. Ich habe im Urlaub sogar nur den Cappuccino getrackt und sonst nichts. Streak verloren. Entspannt geblieben. Nach dem Urlaub wieder angefangen. Kein Drama.

Was ich jemandem sagen würde, der nach zwei Wochen aufgibt

Ich würde sagen: hau rein. Genieß es. Zwei, drei Tage sind okay. Vielleicht war das System zu straff. Vielleicht wollen jetzt alle unterdrückten Bedürfnisse nachholen.

Was ich dann machen würde: Butter weglassen. Nutella dünner schmieren. Zwei Kinderriegel essen statt sechs. Die halbe Packung Kinder Pingui statt der ganzen (kenn ich). Das bringt mich schon wieder in die richtige Richtung. Nicht zu streng mit mir sein.

Der Standardtag, zu dem ich immer zurückkomme: Zum System →