Der häufigste Einwand, wenn ich erzähle, dass ich vor der Arbeit trainiere: „Ich hab doch keine Zeit."

Ich hatte die auch nicht. Ich habe sie mir gemacht.

Vorher: 05:45, Dusche, los

Mein Morgen sah früher übersichtlich aus. Wecker 05:45. Duschen. In die Arbeit fahren.

Wenn ich Sport gemacht habe, dann abends. Nach der Arbeit. Und nach der Arbeit hatte ich schlicht keinen Bock mehr. Die Überwindung war jedes Mal dieselbe. Und oft hat sie gewonnen.

Jetzt: 04:00 bis 05:30

Jetzt klingelt der Wecker um 04:00 Uhr. Ich stehe auf, nehme meine Nahrungsergänzung, esse etwas. Manchmal esse ich schon auf dem Ergometer. Um 05:30 bin ich fertig. Bevor der Rest des Hauses aufwacht.

Funktioniert auch ab 05:30. Entscheidend ist die Routine, nicht die Uhrzeit.

Der Unterschied zu früher: Wenn ich morgens trainiert habe, ist es erledigt. Kein Abwägen am Feierabend zwischen Sofa und Ergometer. Kein „vielleicht heute doch nicht." Einfach weg.

Was mit dem Schlaf passiert

Ich schlafe nicht weniger. Ich gehe früher schlafen.

Unter sieben Stunden halte ich nicht dauerhaft durch. Das war schnell klar. Also passt sich der Abend an, nicht der Morgen.

Die Umstellung am Anfang

Am Anfang war es eine spürbare Umstellung.

Andrew Huberman, Neurowissenschaftler, hat in seinem Podcast die Methode erklärt: Ein bis zwei Tage müde durchhalten, ohne Koffein zu kompensieren. Cortisol am Morgen verschiebt den Schlafrhythmus. Nach wenigen Tagen läuft der Körper im neuen Takt.

Bei mir hat das funktioniert. Schneller als ich erwartet hatte.

Ich habe auch nicht mit einer Stunde angefangen. Fünf bis zehn Minuten war der Einstieg. Das reicht, um die Routine zu setzen. Der Rest kommt danach.

Was wenn der Plan nicht aufgeht

Wenn ich krank bin, trainiere ich nicht. Die Zeit gehört der Genesung.

Meine Frau liegt um 04:00 noch im Bett. Ich bin leise. Das ist alles, was nötig ist.

Nach zwei Wochen Urlaub bin ich am ersten Tag zurück mit dem Tracking gestartet, am zweiten Tag wieder auf dem Ergometer. Ziemlich unkompliziert.

Ich war eine Nachteule

Früher bin ich immer sehr lange wach geblieben. Morgens schwer raus.

Das kann man wirklich ändern. Das ist nicht fürs ganze Leben gesetzt. Ich habe das geändert. Irgendwann hat sich der frühe Morgen einfach normal angefühlt.

Die kürzeste Version

Ich habe keine freie Stunde gefunden. Ich habe eine Struktur gebaut, in der der Sport als erstes kommt. Bevor die Arbeit anfängt. Bevor das Kind aufwacht. Bevor irgendetwas anderes dazwischenkommen kann.

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