Der Auslöser war nicht dramatisch.
Erdgeschoss, vierter Stock. Ich komme oben an, klatschnass, außer Atem. Für vier Stockwerke. Das war noch nie ein Problem. Da habe ich gedacht: Was soll der Quatsch.
100 kg hatte ich damals. Meine Frau und ich waren zusammen aufgegangen wie ein Hefekloß. Alleine isst man keine Tüte Chips am Abend. Wenn jeder eine isst, gibt es dieses mentale Okay. Schleichend. Bis ich auf der Treppe stand.
Der erste Versuch
Meine Frau hat mit High Protein angefangen. Ich habe mitgemacht und die Carbs komplett gestrichen.
Ich war danach ständig müde. Habe mir gedacht: Gehört dazu. Irgendwann habe ich wieder Carbs gegessen. Die Müdigkeit war nach einer Übergangsphase weg.
Low Carb war für mich ein Rezept zum Scheitern. Ich hatte vor Jahren auch eine vegane Phase. Beide Male hat mein Körper mir direkt gezeigt, wo er steht. Wenn ich quer durch die Bank esse, geht es mir am besten.
Ein Jahr bei 90 kg
ein Jahr lang hat sich beim Gewicht kaum was bewegt.
Dabei habe ich wirklich versucht, besser zu essen. Magerquark mit zur Arbeit genommen. Morgens Rührei. Aber auf die Mengen habe ich nie geachtet. Ich habe gedacht: Wenn ich das richtige Zeug esse, bringt das was.
Kein System. Auf gut Dünken. Hat nicht funktioniert.
Das Rudergerät stand die ganze Zeit im Zimmer. Hatte ich angeschafft, als meine Frau und ich uns kennengelernt hatten. Es hat dann Staub gesammelt. Ich habe gar keinen Sport gemacht und nur über die Ernährung versucht.
Der schlimmste Abend
Ich sage es, wie es war.
Nach Hause kommen, Fressattacke. Eine Packung Kinder Pingui vernichtet. Hat nicht gereicht.
Ich schnappe mir einen Esslöffel. Mit der hinteren Seite gehe ich in die Erdnussbutter und hole einen großen Batzen raus. Mit der Schaufelseite gehe ich ins Nutella. Und dann nehme ich abwechselnd was vom Nutella und von der Erdnussbutter, um den Geschmack zu mischen.
300 bis 400 kcal auf einem Löffel. Locker.
Das ist nicht lustig gemeint. Das war mein Abend.
Was dann geholfen hat
Ich habe angefangen, wirklich alles zu tracken, was ich esse.
Das klingt simpel. Aber ich war erschrocken, wie viel Kalorien Dinge haben, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Öl zum Beispiel. Ein Schuss Öl in der Pfanne. Ich hätte nie gedacht, was das ausmacht.
Ich brauchte keine guten Vorsätze. Ich brauchte schwarze Zahlen.
90 Tage später: 12 kg runter. Nicht weil ich plötzlich ein anderer Mensch war. Weil ich getrackt und angefangen habe, mich zu bewegen.
Was ich meinem früheren Ich gesagt hätte? Track deinen Input und beweg dich.